"Die letzten ihrer Art!"

Rote Liste Nahversorgung - Aktion Berlin Basierend auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes ergibt sich für vier ausgewählte Bereiche der Nahversorgung eine alarmierende Realität. Dramatischer Rückgang von Handwerksbetriebe wie Bäcker und Metzger, Bauernhöfe und Wirtshäuser. Hierzu die Pressemitteilung vom 18.09.2019 Basierend auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes ergibt sich für vier ausgewählte Bereiche der Nahversorgung eine alarmierende Realität. Die Anzahl der Bäckerhand-werksbetriebe hat sich von 1998 bis 2018 um 49 % drastisch reduziert. Im Fleischer-handwerk sind im gleichen Zeitraum ebenfalls 49 % der Betriebe geschlossen worden. Die Anzahl von kleinen landwirtschaftlichen Betrieben (bis 50 ha Fläche) ist seit Mitte der 1990er Jahre um 48 % zurückgegangen. Für Wirtshäuser (insbesondere Schank-wirtschaften) ist der Rückgang mit 59 % seit 1994 am dramatischsten. Keiner kann in die Zukunft sehen, aber man kann Entwicklungen verfolgen, und wenn kein Umdenken und entsprechendes Handeln stattfindet, dann sind diese vier Repräsentanten der Nahversorger in 15-20 Jahren ausgestorben. Auf der Grundlage der erhobenen Zahlen lassen sich folgende Szenarien ableiten: Bäckerhandwerksbetriebe sterben bis 2039 aus, Fleischerhandwerksbetriebe wird es 2037 nicht mehr geben, im Jahr 2036 trifft es die kleinen landwirtschaftlichen Betriebe, und schon 2034 schließt die letzte Schankwirtschaft ihrer Art. "Kleine Lebensmittelhandwerker sind ein unerlässliches Element im regionalen Wirtschaftskreislauf", betont Heiner Sindel. "Ohne ihre Arbeit gibt es keine glaubwürdig regionalen Produkte, keine regionalen Verkaufsstellen, keine regionalen Einkehrmöglichkeiten", so Sindel weiter. Trotz ihrer Relevanz im Alltag von jedem Einzelnen sind die Gründe des Verschwindens allseits bekannt: fehlende Fachkräfte, fehlende Nach-folge, zeitfressende Bürokratie, steigende Preise für Pacht und Kauf von landwirtschaftlichen Flächen, fehlende Wertschätzung von Handwerksberufen, Veränderungen in der Sozialstruktur - diese "Todesursachen" sind jedoch auch politisch forciert und müssen aus Sicht der Regionalbewegung dringend korrigiert werden. Bildunterschrift: Die letzten ihrer Art: (vlnr) Enno Appelhagen (Fleischermeister) Eberhard Prunzel-Ulrich (Landwirt), Christa Lutum (Bäckerobermeisterin), Wolfgang Heinzel (Gastwirt) Bildnachweis: Simon Malik/Bundesverband der Regionalbewegung e.V.
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